Taraxacum in artus

Dieses Gewächs der Familie der Asteraceaen (Korbblütler) wird häufig mit dem gemeinen Löwenzahn, auch Kuhblume, Butterblume oder Pusteblume, verwechselt. Dabei unterscheidet sich der Fugenzahn in entscheidenden Kriterien vom Löwenzahn. Neben der geringeren Wuchshöhe bevorzugt er außerdem poröse Fugen, Spalten oder Risse in Mauerwerken, Dächern, Asphalt- oder Betonböden. Er ist enorm anspruchslos und widerstandsfähig. Die Pfahlwurzel dieses Überlebenskünstlers ist erstaunlich kräftig, gleichzeitig jedoch sehr flexibel und anpassungsfähig.
Außerdem sie ist um einiges schlanker als die Pfahlwurzeln ihrer entfernten Artgenossen. Durch Wurzelsprengung erweitert sich der Fugenzahn selbständig seinen Lebensraum. So ist der Fugenzahn ein Ergebnis evolutionärer Entwicklung in ausschließlich humanen Lebensräumen, kann sich dagegen paradoxerweise lediglich in von Menschen verlassenen oder vernachlässigten Bereichen entfalten.
Obwohl seine Artgenossen in Asien, Europa, Nordafrika und Nordamerika beheimatet sind, ist der Fugenzahn eine endemische Spezies, die lediglich im zentraleuropäischen Großraum Rostock beschrieben wurde. Sie ist deshalb in hohem Maße zu schützen und unter keinen Umständen zu entfernen.

der gemeine Fugenzahn Druckgrafik

Blüte:
Die leuchtend gelben Blüten wachsen als große einzelne Körbchen, werden nur bis zu 3cm groß und bilden einen aus Einzelblüten bestehenden Blütenstand. Dieser ist von grünen Hüllblättern in zwei Reihen umgeben. Jede Einzelblüte hat ein zungenförmiges, aus 5 verwachsenen Blütenblättern zusammengesetztes Blütenblatt, das unten zu einer Röhre geschlossen ist. Unter der Blütenkrone befindet sich eine aus umgewandelten Kelchblättern bestehende Haarkrone (Pappus).

Am unteren Ende eines Stielchens sitzt der unterständige Fruchtknoten, aus dem sich die Samenfrucht entwickelt. Nach der Blütezeit bildet der Fugenzahn wie auch der Löwenzahn eine tischtennisballgroße Samenkrone aus. Die Samen bestehen aus langen, sehr dünnen Schnäbeln und weißen, schirmförmigen Kreuzhäarchen, die der Samenverbreitung durch Wind dienen. Und auch hier unterschiedet sich der Fugenzahn von seinen Artverwandten. Die Samen klappen nach dem Abblasen der Samen von der Blüte kleine Widerhaken aus, die sie in die Lage versetzen, bei geringstem Widerstand z.B. an Mauern hängen zu bleiben, wo sie erneut austreiben können.

Sproßachse:
Der behaarte und blattlose, weitröhrig hohle Stängel enthält einen schwach giftigen Milchsaft, der Bitterstoffe (Taraxacine), Oxyphenylessigsäure und weitere Substanzen aufweist. Bei Berührung bilden sich oftmals braune Flecken auf der Haut.

Blätter:
Die Blätter entspringen einer grundständigen Rosette, werden bis zu 20cm lang und sind unregelmäßig, sägezahnartig geformt. Die spitzen Zipfel der Blattzähne sind etwas rückwärtig ausgerichtet, ganzrandig oder nochmal gezähnt. Die untere Blatthälfte ist meist stärker zerteilt als die obere, die oft mit einem breit-dreieckigen Abschnitt endet.


Foto Fugenzahn



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